Der Livestream gehört zu den mächtigsten Werkzeugen, wenn du mit deiner Community in den direkten Austausch gehen möchtest. Der Zauber liegt in der Spontanität und der Dynamik die sich aus so einem Austausch ergeben kann. Empfehlenswert ist jedoch eine gute Vorbereitung.

In diesem Artikel erkläre ich dir was ein Livestream ist, wozu du ihn einsetzen kannst und worauf du achten solltest, wenn du loslegst. Dieser Artikel gibt dir zunächst einen grundsätzlichen Überblick.

Alles klar? Geht’s los?

Ok, los geht’s. Wo fangen wir an?

Ganz vorne. Die Frage ist zuerst: Warum solltest du überhaupt einen Livestream durchführen?

1. Es ist einfach

Ein Livestream ist die Übertragung eines Videos zum Zeitpunkt der Aufnahme. Du stellst dich vor die Kamera und fängst mit der Sendung an – fertig.

Der leichteste Weg führt hier über eine Socialmedia-App – nahezu alle sozialen Netzwerke verfügen über eine Livestream-Funktion. Manchmal wird diese Funktion erst freigeschaltet, wenn eine bestimmte Anzahl von Menschen deinem Profil folgt oder andere Voraussetzungen erfüllt sind.

2. Die direkte Interaktion mit der Community

Während eines Livestreams kann die Community unmittelbar mit dir interagieren. Somit verringert der Livestream die emotionale Distanz und kann so die Bindung mit der Community stärken.

Oft wird der Livestream daher für eine Fragerunde, auch Q&A (Questions and Answers) abgekürzt, genutzt.

3. Hervorhebung des Livestreams

Eine Live-Sendung erfährt im sozialen Netzwerk in der Regel eine zusätzliche Hervorhebung. So schafft die Einrichtung eines Livestreams bereits Reichweite und wenn du den Stream startest, dann erhalten deine Follower bzw. alle am Livestream Interessierten eine zusätzliche Meldung.

Ein weiterer Vorteil des Livestreams ist, dass er einfach ist. Du brauchst kein Schnittprogramm, der Upload ist schon fertig, usw.

Du sendest ungeschnitten, entsprechend sind alle Versprecher, Pausen, usw. mit im Video enthalten. In Maßen macht das deinen Livestream authentisch, aber niemand möchte sich eine planlose Sendung, ohne Höhepunkte und ohne erkennbaren Mehrwert anschauen. Daher solltest du den Livestream vorbereiten.

Über was sollte ich mir vor dem Livestream Gedanken machen?

Die Aufmerksamkeit deiner Follower ist wertvoll, verschwende sie also nicht. Gleich von einem Sendekonzept für deinen Livestream zu sprechen ist sicherlich etwas übertrieben. Allerdings solltest du dir

  • Thema,
  • Ablauf und
  • die gewünschte , spätere Länge des Streams

im Vorfeld Gedanken machen.

Wichtig: Es geht nicht darum den Ablauf und die Länge als festes Korsett zu sehen, mehr als Orientierung. Schaffe dir einen roten Faden, etwas an dem du dich orientieren kannst.

Wie finde denn den roten Faden?

Moment, vorher müssen wir zuerst das Thema eingrenzen.

Ok, wie finde ich ein gutes Thema?

Egal in welchem Gebiet du unterwegs bist, es gibt 3 Fragen die guten Content identifizierst. Aus der Sicht deiner Zielgruppe lauten sie:

  1. Habe ich etwas wirklich Neues erfahren?
  2. Wurde mein Problem gelöst?
  3. Fühle ich mich gut unterhalten?

Mindestens eine dieser Fragen solltest du mit Ja beantworten.

Solltest du dir unsicher sein, dann schau mal nach, was in deiner Nische bereits gut funktioniert hat – und machst es besser.

Ich soll ne Idee stehlen?

Yep. Also, jein. Nein. Du nutzt den Algorithmus des sozialen Netzwerks. Das geht so.

Jedes soziale Netzwerk ist daran interessiert seine User solange wie möglich auf der Plattform zu halten. Denn je länger die Leute bleiben, desto mehr Werbeplätze kann das Netzwerk verkaufen.

Das Netzwerk empfiehlt seinen Usern also Inhalte, die diese lange dort halten. Darum suchst du dir einen solchen Inhalt. Und machst einen besseren.

Ok, Thema habe ich jetzt. Und nun?

Eine Folge zu planen ist gar nicht so schwer.

  • Stell dich vor
  • Erkläre kurz worum es im aktuellen Fall geht, sprich in 2-3 Sätzen
  • Gib deinen Zuschauern einen groben Überblick über den Ablauf

Je mehr Streams du gemacht und je mehr Follower du hast, desto weiter kannst du dich von diesen “Regeln” entfernen. Bedenke allerdings, dass

Ok, verstanden. Was brauche ich denn technisch für einen Livestream?

Für die einfachste Variante brauchst du grundsätzlich nur ein Smartphone, die Socialmedia-App deiner Wahl und eine Internetverbindung. Dieser Variante sind allerdings Grenzen gesetzt. Darum setzen wir für den Anfang noch einen hellen, ruhigen und möglichst Hall schluckenden Ort für die Aufnahme auf die Liste.

Was bedeutet denn “Hall schluckend”?

Wenn du ein leeres, helles Zimmer hast, dann wird der Schall, sprich deine Stimme, von den Wänden reflektiert. Es kommt zu einem Nachhall, quasi zu einem Echo deiner Stimme.

Das kannst du durch eine Menge Maßnahmen beeinflussen, z.B. in dem du ein externes Mikrofon benutzt. Im Moment gehen wir jedoch davon aus, dass du das nicht hast. Dann musst du einen Kompromiss bei deiner Entfernung zum Smartphone eingehen. Runtergebrochen ist für das Mikrofon näher besser, für den Bildauschnitt jedoch weiter weg.

Zwar sind moderne Smartphones wahre Soundwunder, da sie z.B. Umgebungsgeräusche herausfiltern, die Stimmefrequenzen hervorheben, etc.. Doch all dem sind Grenzen gesetzt.

Mit wachsenden Ansprüchen, gilt es sich auch Gedanken über externe Mikrofone, Kameras, Speichermöglichkeiten, Regieboards, etc. zu machen.

Daher mein Tipp: Mach langsam. Taste dich Stück für Stück ran. Der erste Livestream wird so oder so nicht deinen Ansprüchen genügen. Das heißt aber nicht, dass er keinen Spaß machen muss.

Ok, also einfach anfangen. Ist notiert. Und wenn ich ein bisschen Budget habe, was sollte ich mir als Erstes kaufen?

Definitiv ein externes Mikrofon. Bei Videoaufzeichnungen macht der Ton über 60-70% der Qualität aus. Es gibt günstige und gute Ansteckmikrofone, die einen super Kosten-Nutzen-Faktor haben, z.B. das hier:

Wenn du es etwas komfortabler haben willst, dann holst du dir ein Funkmikro, z.B. solche hier.

Das ist zwar toll, aber ich habe keine Zeit mehr um ein Mikro zu kaufen.

  • Sofern möglich, öffne die Zimmertür.
  • Hole einen Teppich ins Zimmer.
  • Häng ein Handtuch oder eine Decke hinter die Kamera, so dass sie keiner sieht.

Wichtig ist es den Hall einfach weg vom Mikrofon zu lenken.

Klingt insgesamt eigentlich ganz einfach.

Ist es auch! Erfahrungen zu sammeln und sich in den Ablauf eines Livestreams einzufinden, ist anfangs viel wichtiger für die Qualität deines Livestreams als z.B. neue Technik.

Und zum Abschluss noch ein Tipp: Wenn du aufgeregt bist, versuch dir vorzustellen, dass dein Livestream ein Videotelefonat mit einem guten Freund ist. Anfangs wird dir ohnehin nicht das große Publikum zusehen und das ist auch gut so. Denn dann kannst du die Fehler alle am Anfang machen.